Was ist zu tun, wenn der Schornsteinfeger dem Kachelofen ein zeitliches Ende setzt?

Im Rahmen der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1.BImSchV) werden ältere Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, für die keine gesetzeskonforme Prüfung nachgewiesen werden kann, einem Zeitplan folgend, schrittweise stillgelegt. Hiervon betroffen sind zum 31.12.2017 hauptsächlich Kachelöfen, die zwischen 1975 und 1984 errichtet wurden.

Kaminöfen waren in den 70er und frühen 80er Jahren noch weitgehend unbekannt und sind also eher nicht hiervon betroffen. Alle modernen Ofenbaureihen werden vor der Typenfreigabe auf die Einhaltung der Grenzwerte für Staub g/m³ Luft, Kohlenmonoxid g/m³ Luft und einem Mindestwirkungsgrad in % geprüft. Diese Werte befinden sich bei jedem aktuellen Ofen auf dem Typenschild.

Ausgenommen von der Verordnung (BImSchV) sind:

  • Gemauerte Grundöfen
  • Nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen (z.B. Küchenhexen)
  • Offene Kamine (nur der gelegentliche Gebrauch ist erlaubt)
  • Öfen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung einzig über diesen Ofen erfolgt (alte Häuser)
  • Öfen, die nachweislich vor dem 01.01.1950 errichtet wurden (historische Öfen)

„Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze oder vergleichbare Ofeneinsätze“, die fest eingemauert, also nicht ohne erheblichen Aufwand ausgetauscht werden können, „sind mit nachgeschalteten Einrichtungen zur Minderung der Staubemission nach dem Stand der Technik auszustatten“, sofern sie weiterhin betrieben werden sollen. So der Originaltext der Verordnung. Dies gilt nicht für Heizeinsätze von Kachelöfen, die von vorne eingeschoben sind und somit auch von vorne problemlos ausgetauscht werden können. 

Der Stand der Technik bzgl. o.g. Einrichtungen zur Minderung der Staubemission sind momentan der aktive oder der passive Feinstaubfilter. Der aktive Feinstaubfilter scheidet den Staub elektrostatisch ab und benötigt hierzu permanent elektrischen Strom. Der passive Staubfilter nutzt das Prinzip der oxidativen Katalyse, benötigt dazu keinen Strom, muss jedoch regelmäßig komplett erneuert werden. Beide Staubfilter werden in die Abgasleitung installiert. Dies kann auch oben auf dem Schornstein geschehen.

Wer einen Kaminofen betreibt, dessen Zulassung erlischt, sucht sich ganz einfach einen neuen aus und lässt diesen montieren. Für denjenigen, der einen Kachelofen betreibt, dessen Einsatz leicht austauschbar ist, gilt prinzipiell dasselbe. Hier gilt es nur, ein Modell zu wählen, welches möglichst über identische Abmessungen verfügt.

Wer jedoch einen fest eingemauerten Ofen betreibt und auch weiter betreiben will, hat folgende Möglichkeiten:

  • Einbau eines Feinstaubfilters. Zu den Materialkosten für den Filter kommen noch die Installationskosten. Nachteil: Der alte Ofen bleibt ein alter Ofen. Die Heizleistung ist nicht mit der eines modernen Heizeinsatzes vergleichbar. Trotzdem muss in die alte Technik investiert werden. Zudem ist das Abgasrohr in den allermeisten Fällen nicht oder nur schwer zu erreichen, um den Filter zu montieren. Fazit: Nicht empfehlenswert.
  • Abbau des alten Kachelofens, weil man den Heizeinsatz nicht austauschen kann, ohne dabei die Kachelhülle zu zerstören. Danach Neubau eines Kachelofens, verbunden mit relativ hohen Investitionskosten
    Nachteil: Keiner.
    Fazit: Empfehlenswert, wenn es der Geldbeutel zulässt.
  • Austausch gegen einen Kaminofen für die Verbrennung von Scheitholz oder Pellet. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Wand- und Bodenbereich um den ehemaligen Kachelofen neu gestaltet werden muss, bleiben die Investitionskosten vergleichsweise wirklich überschaubar.Ein hochwertiger Kaminofen, der nach den räumlichen Bedürfnissen ausgewählt wurde und dem persönlichen Geschmack in besonderer Weise entspricht, bringt für sehr viele Jahre eine anheimelnde Wohlfühl-Atmosphäre ins Haus. Nachteil: Keiner. Fazit: Empfehlenswert, weil das Preis-Leistungsverhältnis hervorragend ist.
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