Speichern oder nicht speichern, das ist hier die Frage!

  • Seltener nachlegen bei einem Speicherofen? In der Aufladungsphase heizen Sie mehr zum Schornstein hinaus
  • Wer Wärme speichern will, braucht einen schweren Ofen – ist Ihr Haus dafür gebaut?
  • Speicheröfen sind nichts für Ungeduldige

Einige Ofenhersteller bewerben ihre Produkte mit der Argumentation, ihren Speicherofen nur einmal alle paar Tage für einen Tag beheizen zu müssen, um dann wieder einige Tage die Wärme genießen zu können, bis wieder für einen Tag geheizt werden muss. Nun, schön wäre es ja, aber die eierlegende Wollmilchsau ist und bleibt derzeit leider genauso ein Traum wie das perfekte Perpetuum Mobile. Die Beheizung alle paar Tage mag ja funktionieren, doch auf die stets angepriesene Brennholzeinsparung wird der enttäuschte Kunde leider verzichten müssen.

Speichermasse ist bislang noch nicht in der Lage, Wärme eigenständig zu erzeugen. Vielmehr muss der Speicher, gleich einem elektrischen Akku, durch die Verbrennung aufgeladen werden. Während der Aufladungsphase bleibt nur wenig Wärme zur Raumheizung übrig. So blöd es klingt, aber das meiste geht in dieser Zeit zum Schornstein raus, weil der Speicher die Hitze nur langsam aufnehmen kann. Dennoch muss mit hoher Intensität aufgeheizt werden. Die oft angepriesene Holzersparnis zum einfachen Kaminofen gibt es nicht: Alle Specksteinöfen, mit denen ich es bislang zu tun hatte, waren elende Holzfresser. Wer es warm haben will, muss halt heizen, so will es die Natur. Wer speichern will, braucht Speichermasse. So ein Speicherofen wiegt um die 1000 Kilogramm. Betonestrich hat eine garantierte Belastbarkeit von 250 Kilogramm pro Quadratmeter. Der Ofen jedoch hat selten mehr als einen Quadratmeter Grundfläche. Wer also unbedingt mit Speicher heizen will, sollte tunlichst den Estrich im Bereich des Ofens verstärken.

Noch ein Nachteil: „Komm mein lieber Schatz, heute Abend machen wir es uns am Ofen mal richtig gemütlich“. Naja, kein Problem, wenn der Speicherofen kontinuierlich beheizt wurde. Wenn nicht, braucht es viele Stunden Geduld, bis es endlich gemütlich wird. Vielleicht reicht dem romantischen Paar ja die Strahlungswärme, die recht schnell durch die Frontscheibe abgegeben wird und den Bereich direkt vorm Ofen wärmt. Aber Vorsicht, nicht zu nah heranrutschen:-)

Speicheröfen sind Strahlungsöfen. Sie wärmen vorrangig den Raum, in dem sie stehen. Benachbarte Räume werden nur durch einen großen Wärmeüberschuss erreicht, der viel Brennholz kostet und den Ofen in seinem Aufstellungsraum oft zur heißen Nervensäge werden lässt. Rechtfertigt das einen Mehrpreis von mehreren tausend Euro gegenüber einem Kaminofen, der problemlos, schnell und effektiv ein ganzes Haus heizen kann? Ich sage nein! Deshalb biete ich diese Technik nicht an.

Wenn es zu kühl ist, machen wir Feuer, wenn es warm genug ist, heizen wir moderat weiter, wenn es zu warm ist, lassen wir den Ofen herunterbrennen. So haben wir es immer optimal. Mit einem Speicherofen ist das so nicht möglich, denn ist der Speicher einmal aufgeladen, wird die Wärme gleichmäßig von ihm abgegeben, ob man schwitzt oder nicht. Da hilft dann ggf. nur noch „Fenster auf und raus mit der Wärme“.

Kaminöfen mit Stein- oder Keramikverkleidungen sind keine Speicheröfen. Die Anschaffung eines solchen Ofens ist also eine rein geschmackliche Entscheidung. Ein schlechter Ofen wird durch angebaute Steine niemals zu einem besseren und schon gar nicht zum guten Ofen.

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