Pelletofen

Ausstellungsofen Paterno Hybrid in Aktion
Ausstellungsofen Paterno Hybrid in Aktion

Sehr lange habe ich mich der Pelletöfen verwehrt und diese auch nicht im Programm geführt. Gründe hierfür waren neben der Lautstärke auch die Staubentwicklung und vor allem die, von vielen Herstellern aufgezwungenen, Service-Intervalle. Ich möchte Ihnen hier  die Vorzüge und auch Nachteile der Pellet-Technik näher erklären.

Befüllt werden muss der Zimmer-Pelletofen natürlich von Hand, genau wie der Kaminofen auch. Jedoch im Gegensatz zu diesem, im Normbetrieb nur einmal täglich (sofern man nicht auch in der Nacht heizen möchte). Der, bei der einmal täglichen Befüllung des Tanks, austretende Staub ist vergleichbar mit dem Ascheflug eines Kaminofens, der beim mehrmals täglichen Nachlegen freigesetzt wird. Allerdings lagert sich der feine gelbe Pelletstaub im ganzen Raum auf allen Möbeln ab, während der Ascheflug des Kaminofens eher den direkten Bereich um den Ofen beeinflusst. Die Tür des Pelletofens wird im Pelletbetrieb nur einmal täglich geöffnet, um die Aschereste abzusaugen. Dies erfolgt vorzugsweise bevor der Ofen den Tagesbetrieb aufnimmt. Die tägliche Reinigung ist unerlässlich, damit die automatische Pelletzufuhr nicht durch die entstandene Asche des Vortags be- bzw. verhindert wird.

Der allergrößte Vorteil des Pelletofens gegenüber einem Scheitholzofen, ist die Kombination daraus, dass ich dem Ofen mitteilen kann, wann genau er zu brennen hat und wie warm es dabei werden soll. Dies geschieht nach der Programmierung völlig automatisiert. Dabei wird die Wärme effektiv über ein Raumluftgebläse im Heizbereich verteilt. Dieses Gebläse ist frequenzgeregelt und arbeitet bedarfsgesteuert. Das kann keiner der mir bekannten Kaminöfen. Speziell Berufstätige, die oftmals spät am Tag heimkommen, haben somit die Möglichkeit, ihr Zuhause nach der Arbeit individuell aufgewärmt vorzufinden.

Betagte oder behinderte Menschen können die vorzügliche Ofenwärme, die in ihrer gesundheitsfördernden Wohlfühl-Intensität mit keiner anderen Heizweise vergleichbar ist, uneingeschränkt genießen, sofern jemand einmal täglich die Versorgung des Pelletofens für sie übernimmt. Ein 15 KG Sack reicht in etwa für den Bedarf eines Tages aus. Fast alle Pelletöfen sind optional kanalisierbar. Wird diese Option bestellt, heißt das, dass am Ofen ein Rohrsystem installiert werden kann, welches die Wärme ggf. im kompletten Haus in alle Zimmer verteilt. Besonders für Neubauten bedeutet dies eine sehr überlegenswerte Möglichkeit sinnvoll zu heizen.

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!

Bei allen Vorteilen der Pelletöfen gegenüber den Scheitholzöfen, haben sie selbstverständlich auch Nachteile. Ich würde mich selbst verleugnen, ließe ich diese vor meinen Kunden unter den Tisch fallen: Die Betriebskosten sind definitiv höher, als bei den Scheitholzöfen. Zum Einen sind die Pellets teurer, als Scheitholz oder Holzbrikett, und zum Anderen benötigt ein Pelletofen während des gesamten Betriebszeitraumes elektrischen Strom. Damit wird das Verbrennungsluftgebläse und das Raumluftgebläse betrieben. Dazu fordern auch noch die Pelletförderschnecke, sowie die Elektroniksteuerung ihren Anteil am Stromverbrauch. Dahingegen kommt der reine Scheitholzofen mit seinem Naturzug gänzlich ohne Strom aus. Somit funktioniert dieser auch bei totalem Stromausfall. In den Zeiten immer stärker werdender Unwetter ist dies eine nicht zu unterschätzende Sicherheitsreserve.

Ein Pelletofen ist mit sehr viel aufwendiger Technik versehen, ohne die er nicht funktionieren kann. Das macht ihn einerseits teurer und anderseits leider auch anfälliger als den klassischen Kaminofen. Hier zahlt es sich langfristig gesehen ganz sicher aus, wenn man den Verlockungen des Billigmarktsektors widersteht, was im Übrigen natürlich auch zu 100% für den Kaminofen gilt. Die meisten Pelletöfen benötigen eine jährliche Wartung durch den Hersteller, bzw. Lieferanten. Der Ofen meldet den Bedarf über einen Piepton an. Wird das Signal ignoriert, geht der Ofen irgendwann auf Störung. Die Wartung besteht im Wesentlichen daraus, den Fehlerspeicher mittels Computersoftware zu nullen. Natürlich wird in einem solchen Rahmen durch den Monteur auch der Rest des Ofens inspiziert und gereinigt. Die jährlichen Wartungskosten betragen etwa € 150,00.

Eine Schornsteinmehrfachbelegung -also z.B. zwei Öfen am selben Zug- ist bei Pelletöfen sowohl untereinander, als auch in Verbindung mit einem Scheitholzofen untersagt. Das hat seinen berechtigten Grund in der Tatsache, dass Pelletöfen über ein Verbrennungsluftgebläse verfügen, welches die Luft durch die Flamme zieht und in den Schornstein drückt. Sollte z. B. der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Vögel über den Sommer hin mit ihrem Nest den Schornstein blockieren, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Pelletofen seine Abgase aufgrund dieser Verstopfung durch den zweiten Ofen ins Haus drückt.

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