Billig-Kaminofen aus dem Baumarkt

Ich möchte alle interessierten Kunden darauf hinweisen, dass ich keine Baumarktmodelle repariere. Weiterhin wird es -modellbezogen- möglich sein, die Tür- und Fensterdichtungen zu ersetzen, doch werden von mir keine Ersatzteile für diese „Öfen“ beschafft, bzw. verbaut. Wer sich mit dem Kauf oder der Schenkung eines solchen Ofens bestraft hat, möge selbst zusehen, wie er an die Ersatzteile kommt, bzw. diese einbaut. Ich wünsche allen Leidtragenden viel Glück und Ausdauer bei dieser frustrierenden Tätigkeit. Sie kennen ja sicher den stets aktuellen Spruch: Wer billig kauft, usw… Ich fände es außerdem völlig ungerechtfertigt, wenn eine kleine Reparatur, durchgeführt vom Fachmann, mehr kostet, als der Ofen einstmals bei der Neuanschaffung. Nehmen Sie mir meine Ironie bitte nicht übel.

Nachfolgend, zur allgemeinen Information, ein Testbericht der NDR-Sendung Markt vom Januar 2012:

Testbericht zur Qualität ausgewählter Billigöfen

Zitatanfang

Quelle:
Http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ma…inoefen101.html
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Geborstene Scheiben, marode Schamotte (feuerfeste Steine), rostender Stahl: Kaminöfen zu Billigstpreisen sind oft schon nach kurzer Zeit Schrott. Sind sie unter Umständen auch gefährlich?

Markt hat vier solcher Kaminöfen gekauft, bei Baumärkten und über das Internet – und zwar das jeweils aktuell billigste Modell im Angebot.

Magna 1, OBI, 179,99 Euro
Rubin, Hornbach, 195,00 Euro
Dresden, Praktiker, 199,99 Euro
Fuego V1, Otto, 299,99 Euro

Experten der Schornsteinfegerschule im westfälischen Dülmen haben sie dann einem Praxistest unterzogen. Exakt nach Bedienungsanleitung der Hersteller haben sie die Öfen befeuert und bedient.

Schon bei Durchsicht der Bedienungsanleitung tauchte bei einem der Kaminöfen ein erstes, möglicherweise brandgefährliches Problem auf. Beim Modell „Fuego V1“ (gekauft bei Otto.de für 299,99 Euro) empfiehlt der Hersteller aus Kroatien, zwei bis drei Stücke Scheitholz, zusammen 2,5 Kilogramm, aufzulegen. „Wenn ich das mache“, wundert sich unser Tester, der Bezirksschornsteinfeger Hans-Eberhard Kopp, „habe ich im Ofen eine Leistung von 13 bis 14 Kilowatt erzielt. Der Ofen ist aber nur auf sechs Kilowatt ausgelegt.“ Und sein Kollege, Bezirksschornsteinfeger Günter Gaux ergänzt: „Damit ist der Ofen um hundert Prozent überlastet, der kleine dünne Stahlofen würde sich sofort verziehen.“

Mängel bei der Verarbeitung
Bedenkliche Verarbeitungsmängel stellten unsere Experten bei zwei anderen Kaminöfen fest. Beim Modell „Rubin“ (gekauft bei Hornbach für 195,00 Euro) ließ sich der Regler für die Primärluftzufuhr nicht ordnungsgemäß bedienen. Er saß viel zu wackelig in der Führungsschiene und schloss deshalb nicht richtig. Beim Modell „Dresden“ (gekauft bei Praktiker für 199,99 Euro) klemmte der Regler schon nach kurzem Anheizen und ließ sich nur mit einem Hammer lösen. Grund: Das dünne Stahlblech hatte sich verzogen.

Auch die Schamotte an der Rückwand des Ofens „Dresden“ begannen sich schon nach kurzer Zeit aufzulösen. Zwischen den seitlichen Schamottsteinen zeigte sich ein breiter Spalt, durch den die Hitze ungehindert auf die äußere dünne Stahlwand durchglühen konnte. Noch gravierender in den Augen unserer Experten: „Die Schweißnähte am Ofen-Korpus des Modells „Dresden“ sind nicht durchgängig geschweißt, sondern nur genietet.“ Daher bestehe die Gefahr, „dass der Ofen im schlimmsten Fall irgendwann in mehrere Teile auseinander fallen kann“, so Hans-Eberhard Kopp.

Gefährliche hohe Temperaturen
Bei allen vier Kaminöfen bemängelten die Experten der Schornsteinfegerschule Dülmen sehr hohe Oberflächentemperaturen am äußeren Stahlmantel. Im Falle des „Fuego V1“ von Otto betrug diese Temperatur sogar mehr als 200 Grad Celsius. Davon, warnt Schornsteinfegermeister Günter Gaux, gehe eine erhebliche Verbrennungsgefahr vor allem für Kleinkinder aus – in seinen Augen „ein ganz typisches Problem bei Öfen der Billigst-Preisschiene, weil sie direkt auf den äußeren Stahlmantel heizen“.

Noch alarmierender beim „Fuego V1“, so unsere Experten: Beim Heizen des Ofens nach Bedienungsvorschrift (also „zwei bis drei Scheite“ mit einem Gesamtgewicht von „2,5 Kilogramm“) werde der Grenzwert für die Abgastemperatur im Ofenrohr erheblich überschritten. Dieser Grenzwert beträgt 400 Grad Celsius, gemessen wurden jedoch 447 Grad. Damit, so Schornsteinfegermeister Günter Gaux, dürfte „dieser Ofen im Grunde genommen wegen des Fehlers in der Bedienungsanleitung nicht zugelassen“ sein, er stelle „jedenfalls eine Feuergefahr und eine Brandgefahr dar“.

Abstand zu Möbeln: „Es kann zu Selbstentzündungen kommen“
Brandgefahren gehen nach Einschätzung der Schornsteinfeger auch vom „Magna 1“ aus (gekauft bei OBI für 199,00 Euro). Denn bei diesem Kaminofen stellten sie fest, dass laut Typenschild ein seitlicher Mindestabstand zu brennbaren Baustoffen oder Materialien genannt wird. Solche Angaben für Mindestabstände (seitlich, nach vorne und nach hinten) sind rechtlich vorgeschrieben, können aber vom Hersteller selbst festgelegt werden. Die Höchsttemperatur auf der Oberfläche von brennbaren Baustoffen oder Materialien bei Einhaltung dieser Mindestabstände darf 85 Grad Celsius nicht übersteigen. Diese Höchsttemperatur wurde im Praxistest beim „Magna 1“ jedoch mit rund 90 Grad Celsius deutlich überschritten. „Aufgrund dieser Oberflächentemperatur kann es zu einer Selbstentzündung kommen“, warnt Experte Günter Gaux deshalb, „und dann fängt es an zu brennen, dann haben wir einen Wohnungsbrand.“

Als Letztes haben die Schornsteinfeger geprüft, ob die in der Bundesimmissionsschutzverordnung für die Zulassung von Kaminöfen festgelegten Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Staub beim Praxisbetrieb eingehalten werden. Auch in diesem Punkt war das Ergebnis desolat. Zwar weisen die Hersteller aller vier Öfen in ihren Prüfgutachten für die Zulassung Werte nach, die erheblich unter den Grenzwerten liegen. Der nach Vorgaben der jeweiligen Bedienungsanleitungen durchgeführte Praxisbetrieb kommt jedoch zu ganz anderen Ergebnissen: Die Grenzwerte für die Zulassung wurden bei allen vier Öfen erheblich überschritten – zum Teil um ein Vielfaches.

Stellungnahmen

Wir haben die Baumärkte, die die von uns getesteten Kaminöfen verkaufen, mit unseren Ergebnissen konfrontiert. Otto schreibt uns, man könne den Test nicht nachvollziehen, der Ofen sei zertifiziert. Allerdings: Wenn in „Echtsituationen“ ganz andere Messwerte entstehen als bei der Geräte-Zulassung, müsse „grundsätzlich über die Prüfmethoden nachgedacht werden“. Und weiter heißt es: Man habe als Händler „die Verantwortung dafür, dass weder Gefährdungen noch unzulässige Emissionen von den von uns vertriebenen Produkten ausgehen“. „Deshalb werden wir den Kaminofen Fuego bis zur Klärung des Sachverhalts auch aus dem Vertrieb nehmen.“

Obi antwortet: „Für den Kaminofen Magna 6 kW liegt uns ein gültiges Prüfgutachten … vor.“… „Eigene Prüfungen hätten „keinerlei Abweichungen gegenüber den geforderten Bestimmungen … festgestellt.“

Hornbach schreibt uns, man könne zwar „die festgestellten Mängel nicht nachvollziehen“. Aber man werde den beanstandeten Kaminofen „zu einer unabhängigen Überprüfung an eine anerkannte Prüfstelle geben“.

Praktiker antwortet auf unsere Anfrage wie folgt: „Nach Rücksprache mit unserem Lieferanten und dem Hersteller des Kaminofens müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir die von Ihnen aufgeführten Mängel nicht nachvollziehen können“. Außerdem teilt uns Praktiker mit, dass sie „ausschließlich Kaminöfen verkaufen, die den gesetzlich vorgegebenen Richtlinien entsprechen – seit Beginn der Heizsaison 2011/12 sogar denen der 2. Stufe BImSchV. Auch der von Ihnen genannte Typ erfüllt alle einschlägigen Richtlinien, was durch Prüfung und Zertifizierung der RWE Power AG nachweislich bestätigt wurde.“ 

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