Automatische Abbrandsteuerung (Brennautomatik)

Bei der Brennautomatik eines modernen Kaminofens steuert ein regulierbarer, bimetallgesteuerter Schieber die Sekundärluft (und leider auch viel zu oft noch die Primärluft) des Ofens.

Der Thermofühler sitzt irgendwo im Abgasbereich der Brennkammer und reagiert permanent auf die Abgastemperatur. Ist die Abgastemperatur hoch, weil der Ofen satt brennt, verringert der, durch den Fühler gesteuerte, Luftschieber den Ansaugquerschnitt. Brennt der Ofen schwach, vergrößert der Schieber den Ansaugquerschnitt, wodurch das dadurch höhere Luftvolumen die Verbrennung anschiebt. Bei einer Einstellskala von, sagen wir 1 – 6, wird die Verbrennung bei 6 stark belüftet, während bei 1 der Abbrand eher als gestört zu bezeichnen ist.

Die automatische Abbrandsteuerung wurde sinnvollerweise erfunden, um die gleichmäßige Verbrennung von Steinkohle, durch die kontrollierte Zuführung von Primärluft, zu gewährleisten. Steinkohle brennt nicht von allein, wie es Holz tut. Steinkohle hat hunderte von Millionen Jahren unter hohem Druck in der Erde verbracht. Der Kohlenstoff -also das, was brennt- wurde dabei molekular sehr fest verankert. Die reinste Kohle ist der Diamant. Den Diamanten kann man mit normalen Mitteln nicht verbrennen, obwohl er doch eigentlich reine Kohle ist. Um Steinkohle zu verbrennen, muss man kontrolliert Primärluft von unten durch die Glut führen, genau so, wie es in einem Schmiedefeuer geschieht. Kommt viel Luft, verbrennt der Kohlenstoff schnell =heiß, kommt zuwenig Luft, geht das Feuer aus. Eine Verbrennungsluftregulation ist somit notwendig, wenn man nicht pausenlos manuell nachregulieren will.

Brennholz ist etwa 70 Jahre alt, oberirdisch gewachsen, und hat eine komplett andere Molekularstruktur, als Kohle, obwohl es doch eigentlch dasselbe Material, nämlich Kohlenstoff ist. Den Abbrand von Holz kann man in drei Phasen einteilen: Die Anbrennphase, in der sich noch Wasser (ca.15%) darin befindet, dass verkocht werden muss, bevor es in die Gasphase übergeht, die durch die aktive Flammenbildung gekennzeichnet ist. Danach geht die Holzverbennung in die Glutphase über, die die eigentliche Heizphase darstellt, die möglichst lange anhalten sollte. Die Glutphase benötigt relativ wenig Sauerstoff, um lange anzuhalten. Da die Abgastemperatur in dieser Phase, aufgrund des geringen Volumenstromes, relativ kühl ist, erhöht eine automatische Abbrandsteuerung im Kaminofen die Sekundärluftzufuhr und facht die Verbrennung wieder an, was bald dazu führt, dass Holz nachgelegt werden muss, obwohl das eigentlich noch nicht nötig sein sollte.

Die automatische Abbrandsteuerung unterliegt keinem Patent. Jeder Hersteller kann sie in seinen Kaminöfen verwenden. Nur einige wenige tun dies, mit dem Argument, etwas ganz besonderes anzubieten. Ich bin mir absolut sicher, dass nur einige wenige Hersteller auf die Brennautomatik verzichten würden, wenn sie wirklich sinnvoll wäre.

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